Geschichte
Die deutschen Büchereien in Nordschleswig entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst in den Städten, später auch im ländlichen Bereich meist in Verbindung mit den örtlichen Schulen. Nach 1920 baute die Deutsche Volksgruppe unter dem Dach des Wohlfahrts- und Schulvereins ihr eigenes Bibliothekswesen auf und brachte es bis zum Ende des 2. Weltkriegs auf insgesamt 71 Büchereien. Nach Ende des 2. Weltkriegs musste das Büchereiwesen völlig neu aufgebaut werden. 1949 erfolgte die Gründung des Verbandes Deutscher Büchereien Nordschleswig.
1967 konnte die neue Zentralbücherei und Büchereizentrale Apenrade in Anwesenheit von Minister Herbert Wehner eingeweiht werden. 1984 wurde der Anbau in Betrieb genommen. Dieser beherbegt heute die Geschäftsstellen sämtlicher Verbände der Minderheit. Somit funktioniert das Gesamtgebäude als Haus Nordschleswig sowohl als Servicezentrum, Bücherei und Veranstaltungsort für die gesamte Minderheit.
Foto: Einweihung 1967
2025 feierte der Büchereiverband 100 Jahre professionelle Bibliotheksarbeit in Nordschleswig. Aus diesem Anlass entstand diese Präsentation und ein Zeichentrickfilm. Wir freuen uns, wenn ihr Lust habt, auf diese kleine Zeitreise mitzukommen. Wir starten knapp nach der Jahrhundertwende 1900 und erleben ein Auf und Ab. Vieles wird nur angerissen, darunter auch die Nazi-Zeit – hier muss noch tiefer gegraben werden. Wir streifen Kassetten, DVDs und andere aufregende Neuigkeiten, um schließlich dort zu landen, wo wir immer waren: Bei der Arbeit für unsere Nutzerinnen und Nutzer, mit einem moderenen Medienangebot, wie Hörbüchern, Onlineangeboten, Tonies, Kutis, aber natürlich immer noch mit Büchern.
Zum Jubiläum entstanden auch zwei besondere Beiträge: „Sprechendes Papier, Aschewürste und die Welt hinter dem Wandschrank“ von Mareike Krügel und „Warum lesen?“ – der Festvortrag von Jan Christophersen.
Heute gehören zum Verband Deutscher Büchereien Nordschleswig insgesamt 7 Büchereien: die Zentralbücherei in Apenrade, vier Filialen in den Städten Hadersleben, Sonderburg, Tondern und Tingleff, sowie zwei Bücherbusse. Neben den Büchereien des Verbandes gibt es noch 13 Büchereien an den deutschen Schulen, die von der Büchereizentrale Apenrade betreut und regelmäßig mit Literatur versorgt werden.
Wir sind eine moderne Einrichtung. Alle unsere Filialen sind, wie in Dänemark mittlerweile üblich, als Offene Büchereien eingerichtet und mit Selbstverbuchern ausgesattet. Über die Ausleihe hinaus, bieten wir ein großes Serviceangebot: vom Bilderbuchkino über Lesungen und Strickkreisen ist bis hin zu unserem Fortbildungsformat ‚DigitalFit‘ für alle was dabei. Als weitestgehend offene Einrichtungen bieten sich unsere Filialen hervorragend als Treffpunkt und Begegnungsorte an.
Wenn du dich eingehender mit der Geschichte des Verbandes beschäftigen möchtest, empfehlen wir unter anderem diese beiden Bücher aus unserem Bestand.
Mehr zur Geschichte Nordschleswigs und der deutschen Minderheit Dänemarks findest du im Deutschen Museum Nordschleswig in Sonderburg, wo sich auch das Archiv der Minderheit befindet.